Spielbericht KOL-Frauen: Omeg. II schrammt an Sensation vorbei

Obermelsungen – In der Kreisoberligapartie verlor die abstiegsgefährdete Gruppenligareserve des TSV Obermelsungen gegen den Meisterschaftskandidaten aus Rhoden nur knapp mit 2:3 (1:2).

Wo man eine Woche zuvor noch traurige, frustrierte und niedergeschlagene Gesichter im Angesicht der knappen 0:1 Niederlage in der Nachspielzeit gegen Wilhelmshöhe II vom Spielfeld trotten sah, so konnten die Spielerinnen des TSV Obermelsungen II am gestrigen Samstag mit erhobenen Köpfchen zu den applaudierenden Anhängern an den Spielfeldrand treten, trotz einer ebenso knappen und bitteren Niederlage wie eine Woche zuvor. Dabei war ein solch enges, phasenweise ausgeglichenes Spiel im Vorfeld nicht zu erwarten.
Denn mit dem TV Germania Rhoden gab sich auch die Top Torschützin der Liga, Sandra Fennig, die Ehre. Sie galt es mit Hilfe von SB (Sonderbewachung) und reichlich Beton in der Obermelsunger Abwehr auszuschalten. Als Bewacherin war Nina Rauschenberg auserkoren und die ihren Job an diesem Tag außerordentlich gut machte. Doch das gesamte Obermelsunger Team half mit Fennig im Zaun zu halten.
Obwohl Rhoden in den ersten Spielminuten die spielbestimmende Mannschaft war, blieben klare Torchancen zunächst aus, bzw. war Torfrau C. Becker immer auf dem Posten. Obermelsungen erkannte schnell, dass die Rhodener Abwehrreihe Schwächen aufwies. So nahm sich A. Henneberg aus 35 Metern ein Herz und drosch das Leder zum umjubelten 1:0 über die schlecht positionierte TV Torfrau in die Maschen. Rhodens Antwort kam in Form von S. Fenning. Ein Spielzug über den rechten Flügel verwertete die Torjägerin zum zwischenzeitlichen 1:1 Unentschieden. Doch beide Teams kämpften um jeden Meter. Zum Teil so sehr, dass der Unparteiische hätte mehrere Verwarnungen aussprechen müssen, es jedoch nicht tat. Kurz vor der Halbzeit drehte Rhoden durch einen weiteren Treffer die Partie zu seinen Gunsten.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts neutralisierten sich beide Teams weitestgehend. Mit zunehmender Spielzeit übernahmen jedoch die Hausherrinnen das Steuer und kamen gefährlicher vors Tor. Einen dieser gefährlichen Spielzüge vollendete A. Henneberg gekonnt zum 2:2 Ausgleich. Die Vorlage dazu kam von B-Juniorinnen Spielerin L. Hertel, die Henneberg gekonnt mit einen tollen Pass in die Schnittstelle auf die Reise schickte.
Das Spiel wurde nun nicklicher, da es für beide Teams um viel ging. Obermelsungen brauchte seinerseits drei Punkte um sich im Abstiegskampf etwas Luft zu verschaffen und Rhoden benötigte drei Punkte um den Anschluss an die Tabellenspitze zu halten.
Eine Standardsituation sollte die Entscheidung in einem insgesamt überraschend ausgeglichenen Spiel bringen, denn ein Eckball konnte direkt verwandelt werden. Obermelsungens Abwehr sah dabei leider recht unglücklich aus. Doch es blieb noch eine Viertelstunde Spielzeit und die TSV Frauen mobilisierten all’ ihre Kräfte und wehrten sich gegen die drohende Niederlage. Da die Fuldatalerinnen nun mit offenen Visier spielten, ergaben sich auch weitere Chancen für Rhoden den Sack zuzumachen, doch Becker und ihre Vorderleute glänzten mit tollen Paraden und gekonnten Grätschen.
Die letzte Spielszene gehörte dann den Hausherrinnen. Einen Eckball von Henneberg konnte Rhodens Defensive nicht klären und Obermelsungen hatte noch einmal die Chance zum erneuten Ausgleich zu kommen. Eine Abwehraktion mit der Hand hätte dem TSV in der Schlussminute noch einen Elfmeter bescheren können, doch die Pfeife des Schiedsrichters blieb stumm. Sekunden später beendete dieser eine tolle Partie zwischen dem Kellerkind Obermelsungen und den Gästen aus Rhoden.
Das Fazit der Trainer und Betreuer fiel jedoch im Angesicht der erneuten knappen und unglücklichen Niederlage sehr positiv aus, da das Team sich auf allen Positionen stark verbesserte und dem Meisterschaftskandidat alles abverlangt hatte.
Es spielten: Christina Becker, Svenja Bauer, Katherine Meierholz, Dorothee Iber, Lea Riemann, Nina Rauschenberg, Janina Hupfeld, Dana Krippendorf, Annika Brückmann, Inka Lanz, Luise Hertel, Kimberly Botte, Anja Stieghorst und Anna Henneberg. Nicht zum Einsatz kam Raissa-Maria Hübel (ETW).
von Vanessa Hübel